Träume verstehen

Progression des Seins

Die Erinnerung an den Traum der letzten Nacht

gelbesblattDie meisten Träume verwelken im Augenblick des Wachwerdens. Blaß und unvollständig fallen Sie uns vor die Füße. Auch der erfahrenste Traumfänger wirbt jeden Morgen aufs Neue um die kapriziösen Diven der Nacht. Keine Versprechung scheint Ihnen gut genug – fast jeder Verlockung widersagen sie. Jeder? Gibt es Methoden, die uns helfen Träume besser zu erinnern bzw. was lässt sich gegen die Tragödie des Vergessens unternehmen? 

Die schlechte Nachricht vorweg: Träume erinnern ist harte Arbeit und bedeutet, dass wir uns täglich neu bemühen müssen. Leider gibt es nicht „die“ Methode, sondern es ist ein Sammelsurium von Übungen und Vorbereitungen. Das Geheimnis ist, das Netz immer feiner zu weben, damit auch die kleinen Fische nicht mehr durch die weiten Maschen des Wachwerdens schlüpfen.

Meines Erachtens ist die wichtigste und einfachste Methode, die das Erinnern unterstützt:

In die Körperhaltung des Träumens zurückfinden: Beim Aufwachen verändert sich die Lage Ihres Körpers (Das passiert übrigens immer beim Wechsel der Schlafphasen), sie drehen sich auf die andere Seite und gerade dieses Umdrehen unterstützt in vielen Fällen das Vergessen. Wir erinnern unsere Schlaferfahrungen besser, wenn wir den Traumkontext wieder herstellen. Das bedeutet, dass wir beim Aufwachen in die Haltung des Träumens zurückfinden müssen, um den Traum besser erinnern zu können. Das ist nicht immer einfach, denn woher sollten Sie wissen, in welcher Lage Sie geschlafen haben? Meine Empfehlung: Denken Sie darüber nicht zu lange nach, sondern vertrauen Sie da voll und ganz Ihrer Intuition. Die Position ist dann die richtige, wenn der Traum den Weg ins Bewusstsein zurückfindet.

Entspannt liegen bleiben und in die Nacht horchen: Wollen Sie ihre Traumbauten zum Einstürzen bringen, dann genügt ein kurzer Blick in den kommenden Tag – die Konfrontation mit den Herausforderungen, die das Leben uns auferlegt, die aufkeimenden Sorgen und anstehenden Verpflichtungen. Bleiben Sie beim Aufwachen lieber ganz ruhig liegen, entspannen Sie sich und blicken Sie zurück in die Tiefe der Nacht. Beobachten Sie alle anschwebenden Empfindungen und Gedanken. Je entspannter und geduldiger Sie bleiben, desto wahrscheinlicher kehren Sie ins Reich Ihrer Träume zurück. Das kann manchmal eine oder sogar zwei Minuten dauern. Nicht gleich aufgeben, wenn es mal nicht klappt. Werden Sie sensibel dafür, wie ihr Bewusstsein funktioniert.

Vom Partner vorsichtig wecken lassen: Die Vorteile eines unruhigen Schlafes liegen darin, dass Sie oft die Gelegenheit haben einen Traum zu erinnern. Im Schlaflabor – in der Eigenschaft als Probant für die ehrgeizige Traumforschung – gelingt es den meisten Träumer viele Träume zu erinnern. Das liegt daran, dass Sie mehrmals in der Nacht geweckt werden und ganz gezielt nach einem Traum gefragt werden. Fluchen Sie also nicht, wenn Sie wiedermal mitten in der Nacht aufschrecken oder Ihr Partner Sie durch lautes Schnarchen weckt, sondern versuchen Sie die richtige Körperhaltung zu finden, die Ihnen garantiert einen Traum einzutüten. Es ist die Gelegenheit!

Traumfetzen sofort festhalten: Entweder aufschreiben, oder besser mit einem kleinen Diktiergerät aufnehmen (meine favorisierte Methode!) – da müssen sie nicht ganz wach sein und können bald darauf wieder einschlafen. Manchmal unglaublich was für abstruse Geschichten sich am nächsten Morgen auf dem Band versammelt haben.

Sich für Träume interessieren: Je mehr Sie sich für das Träumen interessieren, also z.B. Traumbücher lesen, die Traumforschung studieren oder mit anderen Menschen über Träume sprechen desto stärker sensibilisieren Sie sich für Ihre eigenen Traumerfahrungen.

An bekannte Personen denken: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie von Ihren nahen Bezugspersonen, alten Freunden, Klassenkameraden, Kollegen träumen. Gehen Sie also in Gedanken beim Aufwachen kurz all diese Personen durch. Möglicherweise löst der eine oder andere Gedanke, an die bekannte Person, die Traumerinnerung aus.

Das Erinnern vorbereiten: Vor dem Einschlafen können Sie sich darauf programmieren, Träume zu erinnern, indem Sie z.B. zu sich sagen: „Wenn ich in der Nacht oder am Morgen erwache, dann bleibe ich entspannt liegen, begib mich in die passende Lage, bleibe geduldig und blicke zurück in die nächtliche Traumwelt. Sobald ich einen Traum erinnere, nehme ich ihn mit meinem Diktiergerät auf.“

Es gibt also eine ganze Fülle von Möglichkeiten, die Sie dabei unterstützen einen Blick in Ihr unbewusstes Treiben zu werfen. Bleiben Sie zuversichtlich und trainieren Sie das Erinnern. Schon bald werden Sie erfolgreich sein.

Weitere hilfreiche Ideen findet Ihr bei Christoph Gassmann: http://schrift-und-traum.ch/traeumeerinnern.pdf

Categories: Traumblog

Schreibe einen Kommentar

© Markus Salhab - Gerberstr. 31 - 78050 Villingen - 07721/2060676 - kontakt@markus-salhab.de

traeume verstehen - der leitfaden